Angeln lernen

Fische sicher keschern und landen: Schritt für Schritt

Bereite den Kescher vor, führe den Fisch Kopf voran über die Öffnung und unterstütze sein Gewicht. So bleibt die Landung am Ufer übersichtlich.

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Angefeuchtete Abhakmatte mit Zange und leerem Kescher
Unterlage und Werkzeug sind vor der Landung vorbereitet.

Der Kescher übernimmt das Gewicht

Der Fisch ist am Ufer – jetzt führt ihn die Rute Kopf voran über den passenden Kescher. Sobald sein ganzer Körper im Netz ist, übernimmt der Kescher das Gewicht. Die Rute hebt ihn nicht aus dem Wasser. Mit einem vorbereiteten Landeplatz und einem griffbereiten Kescher bleibt dieser letzte Teil des Drills übersichtlich.

Für die ersten Angeltage ist der Unterfangkescher die passende Landehilfe. Besondere Handlandungen und Griffe an großen Raubfischen gehören in eine praktische Einweisung. Bilder oder ein kurzer Text reichen nicht aus, um solche Handgriffe sicher zu lernen.

Such den Landeplatz vor dem ersten Wurf

Flaches kiesiges Ufer an einem See mit freier Wasserfläche
Ein übersichtlicher Uferplatz mit freiem Raum zum Werfen.

Du brauchst einen sicheren Stand, freien Zugang zur Wasseroberfläche und genug Platz für die anschließende Versorgung. Vom bequemen Stuhl aus kann eine Stelle gut aussehen, während direkt davor eine hohe Kante oder ein dichter Schilfgürtel die Landung verhindert.

Eine Person kniet mit einem Fuß auf festem Uferboden und hält einen leeren Kescher in das nahe Wasser; daneben liegt eine leere angefeuchtete Matte.
Vor dem Angeln prüft die Person, ob der leere Kescher vom Ufer aus bis ins Wasser reicht.

Prüfe deshalb: Reicht der Kescher bis ins Wasser, ohne dass du dich weit hinauslehnen musst? Kannst du den Fisch ohne Kontakt mit Steinen oder Ästen heranführen? Steht eine saubere, feuchte Unterlage bereit, falls du sie benötigst? Ein Angelplatz, an dem diese Fragen offenbleiben, passt schlecht zum Einstieg.

Für hohe Spundwände, starke Strömung oder eine schwierige Bootsposition brauchst du spezielle Ausrüstung und Erfahrung. Such dir anfangs einen einfacheren, erlaubten Platz. Deine Sicherheit am Wasser geht dabei vor: Ein Fisch ist kein Grund, über rutschige Steine zu klettern.

So bereitest du den Kescher vor

Nahaufnahme eines dunklen gummierten Keschernetzes mit offenen sechseckigen Maschen und glatten Übergängen am gebogenen Rahmen.
Das leere Netz zeigt seine glatten Maschenübergänge und die Befestigung am Rahmen.

Der Kescherkopf muss groß genug für die erwartbaren Fische sein. Das Netz soll den ganzen Fisch aufnehmen und unterstützen können. Weiche, knotenlose oder gummierte Netze sind für den schonenden Umgang sinnvoll; grobe oder beschädigte Maschen können Haut und Flossen beeinträchtigen.

Zwei Hände halten den Stiel eines leeren Keschers und berühren den Verschluss an der Verbindung zum Rahmen.
Vor dem Angeln wird die Verbindung zwischen Kescherstiel und Rahmen kontrolliert.

Klapp oder steck den Kescher vollständig zusammen und prüf die Verriegelung. Passen Griff und Handhabung zu Entfernung und Gewicht? Einen weit ausgezogenen leichten Stiel benutzt du nicht als Hebel, um einen schweren Fisch über die Böschung zu schwenken. Halte dich an die Belastungs- und Handhabungshinweise des Herstellers.

Lege den Kescher erreichbar ab und halte das Netz frei von Haken, Zweigen und anderen Geräten. Lösezange, Messmittel sowie die für die zulässige Fangversorgung nötigen Hilfsmittel gehören ebenfalls an den Platz. Die Packliste hilft beim Vorbereiten.

Kopf voran über die Öffnung führen

Zwei Erwachsene stimmen sich am Ufer ab: einer hält eine vollständig sichtbare unbestückte Stipprute, die andere einen leeren Kescher am Wasser.
Bei der Trockenprobe übt jede Person eine Aufgabe: die unbestückte Stipprute halten oder den leeren Kescher positionieren.

Übt das Zusammenspiel am besten zu zweit, bevor ein Fisch daran hängt. Eine Person führt die Rute, die andere den Kescher. Sprecht euch kurz ab: „Kescher liegt“ ist hilfreicher als hektisches Ziehen in verschiedene Richtungen. So kennt ihr die Handgriffe, wenn es wirklich darauf ankommt.

  1. Den Fisch kontrolliert heranführen: Halte im Drill Kontakt, bis du ihn zur Öffnung lenken kannst. Warte nicht absichtlich auf völlige Erschöpfung.
  2. Kescheröffnung eintauchen: Halte sie ruhig unter die Wasseroberfläche. Lass das Netz frei im Wasser liegen; es darf nicht an der Uferkante hängen.
  3. Den Kopf über die Öffnung führen: Lenke den Fisch mit der Rute Kopf voran über den Kescher. Jage ihm nicht mit dem Netz durch das Wasser hinterher.
  4. Den ganzen Körper aufnehmen: Erst wenn auch der hintere Teil über dem Netz liegt, hebst du den Rahmen so weit an, dass der Fisch sicher darin bleibt. Die Schnur wird dabei entlastet.
  5. Gewicht unterstützen: Führe den Kescher zum vorbereiteten Platz und unterstütze einen schweren Kescherkopf zusätzlich. Trage das Gewicht nah am Rahmen und nach den Hinweisen des Herstellers.

Zieht der Fisch vor dem Aufnehmen erneut weg, halte die Schnur kontrolliert gespannt und führe ihn nochmals heran. Halte die Spule dabei nicht fest und hebe die Rutenspitze nicht immer weiter nach hinten. Der Versuch soll weder eine Schnur zerreißen noch einen Fisch halb im Kescher einklemmen.

Den Fisch nicht an Haken oder Kiemen tragen

Zwei angefeuchtete Hände über einer feuchten Abhakmatte
Nasse Hände und eine saubere feuchte Unterlage vermeiden trockenen Kontakt.

Ein Fisch braucht Unterstützung entlang seines Körpers. Halte ihn im Netz möglichst wassernah und vermeide unnötigen Luftkontakt. Muss er für Bestimmung oder Messen kurz auf eine Unterlage, ist diese sauber, feucht und gegen Abrutschen vorbereitet.

Fasse einen lebenden Fisch nur mit angefeuchteten Händen an. Drücke nicht fest auf den Bauch und greife nicht in Kiemen oder Augen. Ein trockenes Handtuch bietet zwar Halt, kann aber die schützende Schleimhaut beschädigen. Es eignet sich deshalb nicht zum Fixieren eines lebenden Fisches.

Nach der Landung geht es ohne Pause weiter

Bestimme den Fang und kläre zügig, welche Behandlung nach den geltenden Regeln vorgesehen ist. Dazu gehören Artenschutz, Schonzeiten, Maße und die Bedingungen deiner Gewässererlaubnis. Ein Foto oder eine lange Betrachtung darf notwendige Schritte nicht aufhalten.

Ein Fisch, der zulässig entnommen und verwertet wird, braucht die sachkundige, tierschutzgerechte Versorgung ohne unnötige Verzögerung. Lass dir Betäubung, Prüfung der Betäubungswirkung und zulässige Tötung vorher praktisch zeigen. Eine schwierige Hakenentfernung am lebenden Speisefisch ist dafür keine Voraussetzung.

Muss oder darf der lebensfähige Fisch nach den konkreten Regeln zurückgesetzt werden, halte die Handhabung kurz und schonend. Wie du einen zugänglichen Haken löst und wann du weitere Versuche beendest, steht unter Angelhaken schonend lösen. Entnahme und Zurücksetzen sind keine freie Entscheidung nach Laune.

Häufige Fragen zur Landung

Kann ich einen kleinen Fisch an der Schnur herausheben?

Für den Einstieg ist der vorbereitete Kescher der klare Ablauf. An der Schnur hängend trägt der Haken das Gewicht; ruckartige Bewegungen und ein Absturz sind schwer zu kontrollieren.

Warum soll der Kopf zuerst in den Kescher?

So führst du den Fisch in seine Vorwärtsrichtung über die Öffnung. Nimm den ganzen Körper auf und hebe nicht schon an, während die Schwanzpartie noch außerhalb liegt.

Was mache ich, wenn der Fisch nicht in meinen Kescher passt?

Vermeide solche Situationen durch passende Ausrüstung. Ist es trotzdem passiert, hole sachkundige Unterstützung und halte den Fisch kontrolliert im Wasser. Versuche keine ungeübte Handlandung und setze dich dabei keiner Gefahr aus.

Darf ich den Fisch im Kescher liegen lassen, bis ich alles gefunden habe?

Der Kescher ist eine Landehilfe. Werkzeuge und Arbeitsfläche müssen vorher bereitstehen. Er ersetzt keine geeignete und rechtlich zulässige Hälterung.

Quellen zum Weiterlesen

Fachquellen und Einordnung öffnen
  1. Schleswig-Holstein: amtlicher Fragenkatalog zur Fischerprüfung – Unterfangkescher und Reihenfolge der Versorgung; Landesrecht ist gesondert gekennzeichnet.
  2. WWF: Fische angeln und wieder zurücksetzen – Netze, feuchte Hände, Unterlagen und kurzer Luftkontakt. Rechtskapitel mit Bezug auf Mecklenburg-Vorpommern.
  3. DAFV: Veröffentlichung Nr. 6 des Arbeitskreises Angeln – kurze Anlandung und schonender Umgang.
  4. Tierschutzgesetz, § 1 – gesetzlicher Grundsatz zum Schutz des Tieres.
  5. U.S. National Park Service: Successful Catch and Release Fishing (Englisch) – geeignete Netze, Körperunterstützung und sensible Körperstellen; keine Rechtsquelle für Deutschland.
  6. NOAA Fisheries: Catch and Release Fishing Best Practices (Englisch) – Netze, Körperunterstützung und Luftkontakt.
  7. Missouri Department of Conservation: Fishing Tips, Abschnitt Net fish head first (Englisch) – Fisch über den eingetauchten Kescher führen; andere dortige Griff- und Hängerhinweise werden nicht übernommen.
  8. Maryland DNR: Muskie Catch and Release, Abschnitt zur Landung (Englisch) – ergänzender Abgleich der Kopf-voran-Führung; spezielle Griffe und amerikanische Fangregeln werden nicht übertragen.

Quellenabgleich: 21.10.2026. Grundablauf für einen passenden Unterfangkescher am gut zugänglichen Ufer; keine Anleitung zu speziellen Handlandungen.