Auf einen Blick
- Wissenschaftlicher Name
- Silurus glanis
- Thema
- Erkennung und Lebensweise
Zwei lange und vier kurze Barteln
Zwei lange Barteln oben, vier kurze unten: Mit dieser Anordnung fängst du beim Europäischen Wels an. Dazu passen der breite, flache Kopf, die kleinen Augen und das große Maul. Schuppen fehlen. Die kleine Rückenflosse sitzt relativ weit vorn.
Vergleich dazu die Afterflosse: Sie ist sehr lang und reicht weit Richtung Schwanz. Das erkennst du auch bei kleineren Welsen. Ein Aal besitzt einen anderen Flossensaum und diese Bartelanordnung fehlt ihm.
Nicht jede Welsart ist der Europäische Wels
Wels ist nicht gleich Wels. In Aquarien, Zuchtanlagen oder als eingeführte Fische können dir andere Arten begegnen. Prüfe deshalb Bartelzahl, Flossenlage und weitere Merkmale zusammen. Der Sammelname Katzenwels allein macht einen Fisch noch nicht zu Silurus glanis.
Bei ungewöhnlichen Funden sind Ort und klare Ansichten wichtig. Eine Herkunftsannahme ersetzt keine Bestimmung.
Große Gewässer mit ruhigen Teilräumen

Größere Flüsse und Seen mit geeigneten Ruhe- und Deckungsbereichen sind typische Lebensräume. Welse werden häufig mit Grundnähe und Dämmerung verbunden, können aber auch andere Wasserzonen nutzen. Aus einem einzelnen Oberflächenkontakt folgt deshalb keine allgemeine Standplatzregel.
Ein großer Räuber mit unterschiedlichen Beutetieren
Fische sind ein wichtiger Teil der Nahrung. Dazu können Krebstiere, Amphibien und gelegentlich andere erreichbare Tiere kommen. Berichte über erbeutete Wasservögel sind auffällig, machen den Wels aber nicht zu einem reinen Vogelspezialisten.
Was ein Wels frisst, hängt von Körpergröße, Lebensraum und Angebot ab. Für die Einordnung hilft dir das mehr als ein spektakulärer Einzelfall.
Brutpflege im flacheren Wasser

Zur Fortpflanzung nutzt der Wels in der warmen Jahreszeit geeignete flachere Bereiche. Das Männchen bewacht das Gelege und sorgt für den Schutz der frühen Entwicklung. Ein großer Fisch im Flachwasser kann deshalb einen anderen Grund für seinen Aufenthalt haben als aktive Nahrungssuche.
Lass Nester und erkennbare Brutplätze ungestört. Für ein Foto vertreibst du keinen Fisch aus seinem Fortpflanzungsbereich.
Natürliche Verbreitung und Besatz unterscheiden
Menschen haben Welse in weitere Gewässer gebracht und damit ihre heutige Verbreitung mitgeprägt. Eine örtliche Zunahme außerhalb des ursprünglichen Lebensraums kann andere Folgen haben als ein Bestand darin. Lies Angaben zu Herkunft und Gefährdung deshalb mit dem jeweiligen Gebiet dazu. Eigenmächtig umsetzen solltest du die Tiere nicht.
Häufige Fragen
Sind Wels und Waller verschiedene Fische?
Nein. Hier bezeichnen beide Namen den Europäischen Wels.
Hat der Wels acht Barteln?
Der Europäische Wels hat sechs: zwei lange oben und vier kürzere unten.
Weiterlernen
Fischarten erkennen und unterscheiden · Schonzeiten und Mindestmaße richtig nachschlagen · Fischschonend angeln
Quellen zum Weiterlesen
Fachquellen öffnen
Quellenstand: 21. Oktober 2026. Ausländische Fachporträts dienen der Biologie; deren Fischereiregeln werden nicht auf Deutschland übertragen.

