Angeln lernen

Fischschonend angeln: Vorbereitung und Umgang mit dem Fang

Passendes Gerät, kurze Wege und ruhige Handgriffe: So bereitest du den schonenden Umgang mit dem Fang vor und trennst Technik von den Regeln zur Entnahme.

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Leerer gummierter Kescher im flachen Wasser neben einem Kiesufer
Die Landestelle und der erreichbare Kescher stehen vor dem Biss fest.

Kescher auf, Lösewerkzeug griffbereit, Plan für den Fang geklärt: Fischschonendes Angeln fängt vor dem ersten Wurf an. Wenn du bei der Landung nicht erst suchen und improvisieren musst, kannst du ruhiger handeln. Halte unnötige Belastung kurz und stimme dein Vorgehen auf Fischart, Zustand und geltende Regeln ab.

Leg alles bereit, bevor der Köder ins Wasser kommt

Eine Hand gießt klares Wasser aus einer transparenten Flasche auf eine leere gepolsterte Matte; daneben liegt eine Zange auf einer eigenen Unterlage.
Die leere Matte wird vor dem Fischkontakt mit Wasser angefeuchtet; das Lösewerkzeug liegt daneben bereit.

Stell den Kescher dort ab, wo du ihn im Drill erreichst. Leg den Hakenlöser bereit, kontrolliere die Zange und lege Messmittel sowie die für die vorgesehene Versorgung nötigen Hilfsmittel griffbereit. Eine passende, saubere Abhakunterlage gehört dazu, wenn du den Fisch außerhalb des Wassers versorgen musst. Sie wird vorher angefeuchtet.

Zwei Erwachsene besprechen eine Angel an einem breiten Kiesufer
Geht die Handgriffe und die nötige Unterstützung vor dem Angeln gemeinsam durch.

Geh den Ablauf einmal ohne Fisch durch: Wer führt die Rute, wer keschert, wo liegt das Werkzeug? Gerade zu zweit hilft eine kurze Absprache mehr als ein hektischer Werkzeugwechsel. Die Packliste für einen Angeltag hält die Aufgaben zusammen. Lass dir den artgerechten Umgang praktisch von einer sachkundigen Person zeigen.

  • Angelplatz und sicheren Zugang zum Wasser prüfen.
  • Kescher passend zur zu erwartenden Fischgröße wählen.
  • Zange, Hakenlöser, Messmittel und Versorgungsgerät bereitlegen.
  • Aktuelle Fang- und Entnahmeregeln vor dem ersten Wurf lesen.

Das Gerät muss zum möglichen Fang passen

Technische Zeichnung einer Stationärrolle mit Frontbremse, orange bespulter Spule und geschlossenem silbernem Schnurfangbügel
Die Frontbremse sitzt vorn an der Spule; der geschlossene Schnurfangbügel verläuft außen vor der Spule.

Eine sehr leichte Rute ist keine gute Wahl, wenn du einen kräftigen Fisch von dichtem Holz fernhalten müsstest. Stimme Rute, Schnur, Verbindung und Haken auf Methode und zu erwartende Fische ab. Beschädigte Schnur oder ein schlecht sitzender Knoten kosten im ungünstigen Moment die Kontrolle.

Kontrolliere auch die Rollenbremse. Sie soll unter Zug Schnur freigeben, ohne dass die Verbindung unkontrolliert belastet wird. Einen festen Wert für jede Angel gibt es nicht: Entscheidend ist das gesamte Gerät. Im Beitrag Rollenbremse einstellen findest du den passenden Übungsablauf.

Schau bei der Hakenwahl auch auf Form und Widerhaken: Beides wirkt sich auf das Lösen aus. Ob ein widerhakenloser Haken zu deiner Methode passt oder am Gewässer vorgeschrieben ist, klärst du vorher. Das Werbeversprechen „schonend“ ersetzt keine aufmerksame Handhabung.

Führe den Fisch kontrolliert zum Kescher

Angefeuchtete Abhakmatte mit Zange und leerem Kescher
Unterlage und Werkzeug sind vor der Landung vorbereitet.

Der Drill ist der Abschnitt zwischen Anhaken und Landung. Verlängere ihn nicht für ein Video oder um den Fisch besonders müde zu machen. Führe ihn mit gleichmäßigem Druck und passender Bremse zügig an eine sichere Landestelle. Hektisches Ziehen und unnötiges Ausdrillen helfen dabei nicht.

Ein im Wasser vorbereiteter Kescher erleichtert die Landung. Zieh den Fang nicht über Steine oder trockene Böschungen. Hebe ihn auch nicht an der Angelschnur aus dem Wasser. Beim Wechsel von der Rute zum Fisch bleiben Hilfsmittel in Reichweite und der Fisch möglichst tief über einer geeigneten Unterlage beziehungsweise im Wasser.

Nasser Kontakt, wenig Luft und ruhige Handgriffe

Zwei angefeuchtete Hände über einer feuchten Abhakmatte
Nasse Hände und eine saubere feuchte Unterlage vermeiden trockenen Kontakt.

Fasse einen lebenden Fisch nur mit angefeuchteten Händen an. Seine Haut trägt eine schützende Schleimschicht. Ein trockenes Handtuch zum Festhalten, Sand oder eine trockene Unterlage können diese Schutzschicht beeinträchtigen. Ein knotenloses beziehungsweise geeignet gummiertes Keschernetz ist schonender als ein raues Netz.

Stütze den Körper, ohne Bauch oder Kiemen zusammenzudrücken. Greif nicht in Augen oder Kiemen. Gerade bei kräftigen oder bezahnten Fischen ist eine vorherige praktische Einweisung besonders sinnvoll; einen Griff für alle Arten und Größen gibt es nicht. Zum Hakenlösen gehören passendes Werkzeug und eine klare Sicht auf den Hakensitz.

Vermeide unnötigen Luftkontakt. Bei einem lebensfähigen Fisch, den du nach geltender Vorgabe zurücksetzen musst, hat die zügige, schonende Versorgung Vorrang. Ein Foto oder eine zusätzliche Messung ist kein Grund, sie zu verzögern. Tief sitzende Haken sind kein Anlass, im Fisch herumzuhebeln; hole sachkundige Hilfe und befolge das für diesen Fall zulässige Vorgehen.

Entnahme und Zurücksetzen klärst du vor Ort

Schonender Umgang und rechtliche Zulässigkeit sind zwei verschiedene Fragen. Maßgeblich sind Tierschutzrecht, die für dein Gewässer geltenden Fischereivorschriften und die Bedingungen der Erlaubnis. Eine allgemeine Erlaubnis, jeden Fisch nach einem Foto zurückzusetzen, lässt sich daraus nicht ableiten.

Prüfe Fischart, gültige Maße, Schonbestimmungen und weitere Entnahmeregeln. In Bayern regelt beispielsweise § 11 AVBayFiG ausdrücklich den unverzüglichen Umgang mit lebensfähigen untermaßigen oder während der Schonzeit gefangenen Fischen und unterscheidet davon weitere Rücksetzfälle. Diese Regelung darfst du nicht unverändert auf andere Bundesländer übertragen.

Soll ein Fisch entnommen werden, muss die weitere Versorgung sachkundig und tierschutzgerecht erfolgen. Lass dir Betäubung, Kontrolle und Tötung für die betreffende Art vorher praktisch vermitteln. Einen Fisch an der Luft ersticken zu lassen ist kein Ersatz für die fachgerechte Versorgung. Bei einem schwer verletzten Fisch helfen keine Internet-Pauschalen; dieser Fall gehört vorab mit Ausbilder und Erlaubnisgeber geklärt.

Ändere den Plan, wenn der Platz nicht passt

Fängst du wiederholt geschonte oder zu kleine Fische, ändere die Vorgehensweise oder den Angelplatz. Einfach unverändert weiterzuangeln vergrößert die Zahl der vermeidbaren Kontakte. Auch Hitze, auffälliger Sauerstoffmangel oder ein nicht sicher erreichbares Ufer sind Gründe, die Situation neu zu beurteilen und gegebenenfalls aufzuhören.

Zwei Hände halten den Druckverschluss eines transparenten Beutels mit Verpackungsresten auf einem Holztisch. Daneben steht ein geschlossener Behälter mit dünnen Schnurresten.
Verpackungsreste kommen in den Beutel, Schnurreste bleiben im eigenen geschlossenen Behälter.

Notier dir nach dem Angeln, wo du Zeit verloren hast. Fehlte die Zange? War der Kescher zu klein? Musstest du erst einen freien Versorgungsplatz suchen? Solche Beobachtungen machen den nächsten Ablauf besser. Nimm Schnurreste, Haken und Verpackungen wieder mit, damit am Ufer keine neuen Gefahren zurückbleiben.

Häufige Fragen

Ist fischschonend angeln dasselbe wie Catch and Release?

Nein. Schonender Umgang ist bei jedem Fang nötig. Ob ein Fisch entnommen werden muss, entnommen werden darf oder zurückgesetzt werden muss, richtet sich nach den einschlägigen Regeln und dem Einzelfall.

Kann ich den Fisch mit einem Handtuch festhalten?

Ein trockenes Handtuch ist für einen lebenden Fisch keine geeignete Fixierung. Halte Hände und eine nötige Abhakunterlage feucht und lass dir einen zur Fischart passenden Griff zeigen.

Wie lange darf ein Fisch für ein Foto an der Luft bleiben?

Eine allgemeine sichere Zeit gibt es nicht. Vermeide unnötigen Luftkontakt und verzichte auf die Aufnahme, wenn sie die erforderliche Versorgung verzögern würde. Mehr dazu unter Fische fotografieren.

Quellen zum Weiterlesen

Fachlich abgeglichen am 21.10.2026. Landesbezogene Quellen gelten für den jeweils genannten Raum; biologische Hinweise sind keine Erlaubnis zum Zurücksetzen.

Originalquellen öffnen
  1. Bundesministerium der Justiz / Gesetze im Internet: Tierschutzgesetz § 1
  2. Bayerische Staatskanzlei / BAYERN.RECHT: AVBayFiG § 11 Fischfang, Fangbeschränkungen; Fassung gilt ab 01.06.2025
  3. Deutscher Angelfischerverband: DAFV Arbeitskreis Angeln: Veröffentlichung Nr. 6 – Catch and Release
  4. Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten: Merkblatt zu den fischereirechtlichen Bestimmungen in Bayern, Stand 02.01.2023
  5. WWF Deutschland, fachlich beraten durch IGB/HU und LALLF MV: Fische angeln und wieder zurücksetzen (2024)
  6. NOAA Fisheries: Scaling Back Your Impact: Best Practices for Inland Fishing (Englisch; nur Handhabung)