Fischarten

Flunder erkennen: Raue Knötchen und ein Leben zwischen Salz und Süß

Raue Knötchen entlang der Seitenlinie helfen beim Erkennen der Flunder. Der Plattfisch nutzt Küsten, Brackwasser und zeitweise auch Flüsse.

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Auf einen Blick

Wissenschaftlicher Name
Platichthys flesus
Thema
Erkennung und Lebensweise

Ein flacher Fisch mit beiden Augen auf einer Seite

Bei einer erwachsenen Flunder schaust du auf die Augenseite: Dort sitzen beide Augen. Diese nach oben gerichtete Körperseite ist gefärbt und kann Flecken tragen. Die andere Seite, auf der das Tier liegt, heißt Blindseite und ist gewöhnlich deutlich heller.

Rechts oder links? Bei Flundern kommen unterschiedliche Augenlagen vor. Für die Artbestimmung brauchst du deshalb weitere Merkmale.

Flunder, Scholle oder Kliesche?

Such auf geeigneten Lernbildern nach den knöchernen Knötchen der Flunder: besonders entlang der Seitenlinie und an den Ansätzen von Rücken- und Afterflosse. Orange Flecken reichen als Unterschied zur Scholle nicht aus, denn auch Flundern können orange wirkende Punkte tragen.

Beim Vergleich mit der Kliesche schaust du zusätzlich auf Form und Verlauf der Seitenlinie. Geh einen vollständigen Bestimmungsschlüssel durch. Einen lebenden Fisch reibst du dafür nicht über die Hand, um seine Haut zu prüfen.

Küste, Mündung und Binnenfluss

Flacher Sandstrand mit Muschelschalen und niedrigen brechenden Wellen
Beispiel einer offenen Küste; Wetter und Wellen vor dem Angeln am konkreten Platz prüfen.

Flundern leben nahe am Grund, etwa an der Küste und in Flussmündungen. Sie kommen mit unterschiedlichen Salzgehalten zurecht und können in Flüssen weit ins Süßwasser vordringen. Auch fern der offenen Küste bleibt die Flunder deshalb ein möglicher Kandidat.

Nimm den Fundort als Hinweis und prüf anschließend die Körpermerkmale. Für einen Bestandsnachweis muss außerdem klar sein, dass der Fisch tatsächlich von dort stammt. Ein mitgeführter oder falsch beschrifteter Fisch hilft dabei nicht.

Beute am Gewässergrund

Würmer, kleine Krebstiere und weitere Bodentiere gehören zum Nahrungsspektrum. Mit dem Wachstum und dem genutzten Lebensraum kann sich das Angebot verändern. Die Lage am Grund bedeutet nicht, dass die Tiere ausschließlich eingegraben und unbeweglich leben.

Jungfische sehen zunächst anders aus

Junge Plattfische starten noch mit einem anderen Körperbau als die Erwachsenen. Während ihrer Entwicklung wandert ein Auge auf die spätere Augenseite. Wie die Fortpflanzung abläuft und welche Salzbedingungen passen, prüfst du für den jeweiligen Bestand.

Die Fortpflanzung von Platichthys flesus erfolgt im Meer; die Eier entwickeln sich frei im Wasser. In der Ostsee kommt außerdem die eigenständige Baltische Flunder Platichthys solemdali vor, deren Eier am Boden abgelegt werden. Ein allgemeines Foto kann für die Trennung dieser Arten unzureichend sein.

Bestand und Fanggebiet gehören zur Planung

Die Rote Liste der Meeresfische Deutschlands von 2025 führt Platichthys flesus als ungefährdet; der Datenstand der Bewertung ist Juli 2023. Die getrennt bewertete Baltische Flunder hat die Kategorie „Daten unzureichend“. Diese Einstufungen für die marinen Gewässer Deutschlands sind keine Aussagen über jede örtliche Population und keine Fangfreigabe.

Für Schutz- und Fangfragen zählen Art, Gewässer und aktuelle regionale Regeln. Ein Artenporträt über britische Küsten liefert biologische Hinweise, aber keine deutschen Tagesfangmengen oder Schonzeiten.

Häufige Fragen

Kann eine Flunder im Süßwasser vorkommen?

Ja. Sie kann aus dem Küstenbereich in Flüsse aufsteigen.

Machen orange Punkte einen Plattfisch sicher zur Scholle?

Nein. Auch andere Arten können ähnliche Flecken zeigen.

Weiterlernen

Fischarten erkennen und unterscheiden · Schonzeiten und Mindestmaße richtig nachschlagen · Fischschonend angeln

Quellen zum Weiterlesen

Fachquellen öffnen
  1. DAFV: Flunder – Fisch des Jahres 2017
  2. Thünen-Institut: Flundern und Artabgrenzung in der Ostsee
  3. Rote-Liste-Zentrum: Meeresfische Deutschlands 2025
  4. BfN: Rote Liste der Meeresfische 2025, Tabelle 9, S. 38–39; Artkommentar S. 53
  5. FFESSM/DORIS: Flet (Französisch)
  6. Marine Biological Association: Flounder (Englisch)
  7. National Museums Northern Ireland: Flounder (Englisch)

Quellen geprüft am 22. Oktober 2026. Ausländische Fachporträts dienen der Biologie; deren Fischereiregeln werden nicht auf Deutschland übertragen.