Auf einen Blick
- Wissenschaftlicher Name
- Molva molva
- Thema
- Erkennung und Lebensweise
Zwei Rückenflossen am langen Körper

Schau beim Leng zuerst auf die Länge: Sein Körper ist deutlich länger und schmaler als beim Dorsch. Auf eine kurze vordere Rückenflosse folgt eine lange hintere; auch die Afterflosse ist lang. Unter dem Unterkiefer fällt die einzelne Bartel auf.
Die Farbe variiert von bräunlich bis grünlich oder grau. Zähle lieber die Rückenflossen, statt dich auf die Grundfarbe zu verlassen.
Leng und Lumb unterscheiden

Zum Vergleich lohnt sich der Blick auf den Lumb: Er hat nur eine durchgehende lange Rückenflosse und wirkt meist gedrungener. Eine Kinnbartel besitzen beide. Die Quappe wiederum trägt ebenfalls zwei Rückenflossen, lebt aber im Süßwasser. Vergleiche deshalb auch Herkunft und Körperproportionen.
Blauleng und weitere verwandte Arten erfordern einen genaueren Blick. Dieses Porträt behandelt Molva molva.
Felsiger Grund und Verstecke
Leng nutzen grundnahe Meereslebensräume des Nordatlantiks. Felsstrukturen, Spalten und unregelmäßiger Untergrund bieten passende Aufenthaltsräume. Alter und Gebiet beeinflussen, wie tief die Tiere stehen. Ein Fisch aus großer Tiefe ist nicht automatisch ein Leng.
Fische und andere tierische Beute
Zum Nahrungsspektrum gehören Fische und wirbellose Tiere. Größe und verfügbares Beuteangebot verändern die Auswahl. Die weiche Kinnbartel ist ein Erkennungsmerkmal und kein Stachel.
Vor dem Tiefseeangeln die Versorgung planen
Fänge aus größerer Tiefe können durch den Druckwechsel stark belastet sein. Besprich vor der Ausfahrt die geltenden Regeln, das gezielte Vorgehen und den Umgang mit Beifang. Improvisierte Eingriffe am Fisch sind keine gute Lösung. Die reine Artbeschreibung ersetzt keine Anleitung zur Versorgung von Tiefenfängen.
Eier und Larven im freien Wasser
Leng nutzen seewärtige Laichgebiete, darunter Bereiche der Nordsee und des Kontinentalrands. Sie kleben ihre Eier nicht an die Felsverstecke erwachsener Tiere: Die Eier entwickeln sich im freien Wasser. Auch frühe Jungstadien leben zunächst pelagisch, also in der Wassersäule.
Wann genau der Leng laicht, hängt vom Gebiet ab. Halte beim Lesen vor allem drei Dinge auseinander: den Lebensraum erwachsener Bodenfische, das Laichgebiet und den Aufenthaltsort früher Entwicklungsstadien. Ein einzelner Monatswert beschreibt diese Zusammenhänge nicht.
Deutschland und Ostseeraum ergeben verschiedene Kategorien
In der Roten Liste der deutschen Meeresfische von 2025 ist der Leng als extrem selten eingestuft (Kategorie R; Datenstand Juli 2023). Das bezeichnet eine Art mit sehr kleiner beziehungsweise randlicher Verbreitung im bewerteten Gebiet; es bedeutet nicht „überall häufig“, aber auch nicht automatisch „vom Aussterben bedroht“.
Für den gesamten HELCOM-Ostseeraum lautet die Bewertung der Roten Liste 2024 dagegen Endangered, also stark gefährdet. Diese Bezugsräume darfst du nicht zusammenziehen. Beide Bewertungen sind außerdem von gesetzlichen Schutz- und Fangregeln zu unterscheiden.
Häufige Fragen
Ist ein Leng ein Aal?
Nein. Seine zwei Rückenflossen, die Kinnbartel und der übrige Körperbau zeigen eine andere Verwandtschaft.
Hat der Leng drei Rückenflossen wie ein Dorsch?
Nein. Er besitzt zwei: eine kurze vordere und eine lange hintere.
Weiterlernen
Fischarten erkennen und unterscheiden · Schonzeiten und Mindestmaße richtig nachschlagen · Fischschonend angeln
Quellen zum Weiterlesen
Fachquellen öffnen
- Rote-Liste-Zentrum: Leng, Originalbewertung 2025
- FFESSM/DORIS: Leng (Französisch)
- Institute of Marine Research: Leng (Englisch)
- Marine Biological Association/MarLIN: Leng (Englisch)
- HELCOM: Leng im Ostseeraum, Rote Liste 2024 (Englisch)
- Institute of Marine Research: KINO-2, Eier- und Larvenuntersuchung (Englisch)
Quellen geprüft am 22. Oktober 2026. Ausländische Fachquellen dienen der Biologie; deren Fischereiregeln werden nicht auf Deutschland übertragen.
