Fischarten

Pollack erkennen: gebogene Seitenlinie und vorstehender Unterkiefer

Die gebogene Seitenlinie hilft dir, Pollack vom Köhler zu unterscheiden. Vergleiche auch Kopf und Flossen.

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Auf einen Blick

Wissenschaftlicher Name
Pollachius pollachius
Thema
Erkennung und Lebensweise

Die gebogene Linie ist der beste Einstieg

Folge der Seitenlinie vom Kopf Richtung Schwanz. Vorn macht sie einen deutlichen Bogen, weiter hinten verläuft sie gerader. Dazu kommen der vorstehende Unterkiefer und das Fehlen einer auffälligen Kinnbartel. Der Rücken kann bräunlich bis grünlich aussehen, die Flanken heller oder golden.

Pollack oder Köhler?

Beim Köhler wirkt die helle Seitenlinie dagegen weitgehend gerade. Zählst du die Flossen, findest du bei beiden Arten drei Rücken- und zwei Afterflossen. Damit grenzt du die Gruppe ein, trennst Pollack und Köhler aber noch nicht. Bei kleinen Jungfischen kann der Vergleich schwieriger sein.

Auch die englischen Namen können auf Reisen durcheinandergehen. Notiere dir deshalb die eindeutigen wissenschaftlichen Namen Pollachius pollachius und Pollachius virens.

Felsen, Tang und weitere Strukturen

Pollack nutzen unter anderem strukturreiche Küstenbereiche, Felsgründe und Tangwälder. Sie kommen auch weiter draußen vor und können einzeln oder in Gruppen auftreten. Die Vorstellung, jeder Pollack stehe direkt am Ufer, passt deshalb nicht für alle Lebensphasen.

Jagd auf kleine Fische und Krebse

Jungfische nutzen viel kleinere tierische Nahrung. Größere Pollacks jagen unter anderem kleinere Fische. Strukturreiche Bereiche bieten dabei Deckung und Beute. Ein sichtbarer Tangwald allein garantiert allerdings weder das Vorkommen noch einen Fang.

Kopf und ganze Flanke müssen sichtbar bleiben

Lösezange und Arterienklemme auf einer feuchten gepolsterten Unterlage
Lösewerkzeug vor dem Angeln griffbereit vorbereiten.

Um den Fisch zu bestimmen, brauchst du die Linie über der Brustflosse und die Kieferstellung. Ein Foto, das nur den Schwanz zeigt, hilft wenig. Halte die Versorgung kurz und bereite Werkzeug vor; eine unsichere Bestimmung wird durch längere Luftzeit nicht verlässlicher.

Von der freien Wassersäule in die Küstenstrukturen

Pollack laichen im Meer; Eier und Larven treiben im Wasser. Frühe Lebensstadien und erwachsene Räuber sind daher nicht an denselben Standplätzen zu erwarten. Jungfische nutzen unter anderem flache, strukturreiche Küstenbereiche.

Das norwegische Forschungsinstitut nennt für norwegische Gewässer und die Nordsee eine Laichphase im März und April. Andere Gebiete können abweichen. Diese biologische Angabe ist keine fischereirechtliche Schonzeit.

In Deutschlands Meeresgebiet extrem selten

Die Rote Liste der Meeresfische Deutschlands von 2025 führt Pollack in der Kategorie R – extrem selten (Datenstand Juli 2023). Eine solche nationale Bewertung betrifft das deutsche Meeresareal; sie beschreibt nicht automatisch die Bestände vor ganz Norwegen oder allen britischen Küsten.

Ausgefülltes Muster-Notizbuch mit Prüffragen zu Art, Gewässer, Datum und örtlichen Regeln
Muster für die gesonderte Prüfung der örtlichen Regeln; keine gültige Erlaubnis oder Rechtsauskunft.

Bestandsbewertung, Seltenheit und Fangregeln beantworten unterschiedliche Fragen. Prüfe bei einer Reise daher zusätzlich die aktuelle Information zum jeweiligen Fanggebiet.

Häufige Fragen

Ist Pollack derselbe Fisch wie Köhler?

Nein. Pollachius pollachius und Pollachius virens sind verschiedene Arten.

Hat Pollack eine Kinnbartel?

Eine auffällige Kinnbartel wie beim Dorsch fehlt.

Weiterlernen

Fischarten-Übersicht (Entwurfsvorschau) · Schonzeiten und Mindestmaße (Entwurfsvorschau) · Fischschonend angeln

Quellen zum Weiterlesen

Fachquellen öffnen
  1. Rote-Liste-Zentrum: Meeresfische Deutschlands 2025, Pollack und Datenstand
  2. FFESSM/DORIS: Pollack (Französisch)
  3. Havforskningsinstituttet: Pollack (Norwegisch)
  4. Marine Biological Association/MarLIN: Pollack (Englisch)
  5. Marine Biological Association/MarLIN: Köhler als Vergleich (Englisch)
  6. IMR: KINO-2, Untersuchung von Fischeiern und Larven 2017–2020 (Englisch)

Quellen geprüft am 22. Oktober 2026. Biologische Angaben aus anderen Ländern sind keine deutschen Fischereiregeln. Bewertungen gelten für das jeweils genannte Gebiet und Jahr.