Fischarten

Salmoniden im Überblick: Forellen, Lachse, Saiblinge und mehr

Forellen, Lachse, Saiblinge, Äschen und Coregonen gehören in der hier verwendeten Systematik zu den Salmoniden. Die kleine Fettflosse hilft beim Vorsortieren. Für die genaue Bestimmung brauchst du danach unter anderem Maulstellung, Zeichnung und Form der Rückenflosse.

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Auf einen Blick

Wissenschaftlicher Name
Salmonidae
Thema
Erkennung und Lebensweise

Welche Gruppen hier unter Salmoniden stehen

Für diesen Überblick nutzen wir die Einteilung des Eschmeyer-Katalogs. Darin gehören zur Familie Salmonidae drei Gruppen: Salmoninae mit Forellen, Lachsen und Saiblingen, Thymallinae mit den Äschen und Coregoninae mit den Renken. In anderen Fachtexten können einzelne Gruppen einen anderen Rang haben. Deshalb sagen wir ausdrücklich, welcher Einteilung wir folgen.

Achte auf den Unterschied zwischen Familie, Art und Lebensform. Schon der vertraute Name „Forelle“ kann mehrere Arten oder verschiedene Lebensformen meinen. Bach-, See- und Meerforelle sind Lebensformen von Salmo trutta. Die Regenbogenforelle dagegen gehört zur Art Oncorhynchus mykiss.

Die Einteilung in die drei genannten Gruppen wird auch von eigenen genetischen Untersuchungen gestützt. Die genaue Verzweigung ihrer Stammbäume wird dabei weiter diskutiert. Für den Einstieg reicht die sichere Unterscheidung der Gruppen; aus einer Familienbezeichnung lässt sich weder ein einheitlicher Lebensraum noch eine gemeinsame Fangregel ableiten.

Eine Fettflosse als guter erster Hinweis

Die kleine, fleischige Flosse zwischen Rücken- und Schwanzflosse heißt Fettflosse. Bei den hier behandelten Salmoniden ist sie ein guter erster Hinweis. Allerdings besitzen auch andere, nicht nah verwandte Fischgruppen eine Fettflosse. Prüfe deshalb weitere Merkmale, bevor du eine Art festlegst.

Vier Einstiegspunkte für den Formenvergleich

Gruppe Hilfreicher erster Blick Wichtige Grenze
Forellen Punktmuster, Kopf und Schwanzflosse Salmo trutta und Oncorhynchus mykiss getrennt bestimmen
Saiblinge Helle Punkte und helle Vorderkanten unterer Flossen Färbung und Lebensphase verändern den Eindruck
Äschen Große Rückenfahne Zusätzlich Kopf und kleines Maul prüfen
Renken Silbriges Schuppenkleid und kleine Fettflosse Eine Gattung mit mehreren schwer trennbaren Arten

Die Fettflosse liegt hinter der eigentlichen Rückenflosse. Sie ist ein guter Startpunkt, aber kein Alleinstellungsmerkmal der Familie: Auch andere Fischgruppen besitzen sie.

Standfisch oder Wanderer?

Manche Salmoniden verbringen ihr Leben im Süßwasser, andere wechseln zwischen Meer und Fluss. Bach-, See- und Meerforelle sind Lebensformen von Salmo trutta. Die Familienzugehörigkeit sagt deshalb noch nicht, welchen Wanderweg ein einzelner Bestand nutzt.

Kühles Wasser allein reicht nicht

Viele Vertreter brauchen sauerstoffreiche Bedingungen. Für die Fortpflanzung kommen je nach Art Kiesgruben, Seeböden oder andere geeignete Plätze infrage. Feinsediment, fehlende Durchgängigkeit und veränderte Temperaturen können verschiedene Lebensphasen belasten. Daraus lässt sich keine pauschale Schonzeit für alle Salmoniden ableiten.

Von kleinen Wassertieren bis Fischbeute

In der Familie gibt es keine einheitliche Speisekarte. Insektenlarven sind für verschiedene Forellen und Äschen wichtig; größere Forellen können Fische fressen. Bei Coregonen kommen planktonfressende und stärker bodenorientierte Arten vor. Für die Nahrungsweise zählt die konkrete Art oder Population.

Gefährdung auf Artebene lesen

Die deutsche Süßwasserfischliste 2023 bewertet Salmo trutta als gefährdet (3), den Atlantischen Lachs Salmo salar als vom Aussterben bedroht (1). Die eingeführte Regenbogenforelle wird nicht bewertet (♦). Datenstand ist Oktober 2022.

Schon diese Beispiele zeigen: Eine gemeinsame Familienzugehörigkeit ergibt keine gemeinsame Gefährdungskategorie. Sie ergibt auch keine gemeinsame Schonzeit. Durchgängige Wanderwege und geeignete Laichlebensräume bleiben je nach Art wichtig; für Details musst du die Art und das Gewässer nennen.

Häufige Fragen

Sind Äschen Salmoniden?

Ja. Sie gehören ebenso zur Familie wie Forellen, Saiblinge und Coregonen.

Haben nur Salmoniden eine Fettflosse?

Nein. Auch andere Fischgruppen besitzen eine Fettflosse.

Weiterlernen

Fischarten – Entwurfsvorschau · Schonzeiten und Mindestmaße – Entwurfsvorschau · Fischschonend angeln

Quellen zum Weiterlesen

Fachquellen öffnen
  1. Rote Liste der Süßwasserfische Deutschlands 2023
  2. LFV Bayern: Merkmale und Lebensweisen verschiedener Salmoniden
  3. Österreichisches Fachministerium: Coregonen
  4. LFV Oberösterreich: Bachforelle, Lebensraum und Fortpflanzung
  5. NÖ Landesfischereiverband: Bachforelle
  6. LFV Oberösterreich: Äsche
  7. NÖ Landesfischereiverband: Äsche
  8. California Academy of Sciences: Eschmeyer-Klassifikation (Englisch)
  9. ITIS: Salmonidae (Englisch)
  10. USFWS: Coregoninae im taxonomischen Baum (Englisch)
  11. USFWS: Thymallinae im taxonomischen Baum (Englisch)
  12. NatureScot: Lebensformen von Salmo trutta (Englisch)
  13. California Academy of Sciences: aktuelle Eschmeyer-Klassifikation (Englisch)
  14. Koop et al. 2008: eigene Genanalysen zu den drei Salmonidengruppen (Englisch)
  15. Crête-Lafrenière et al. 2012: eigene Proben und Artvergleiche der Salmonidae (Englisch)
  16. Kahilainen et al. 2004: unterschiedliche Nahrung bei Coregonen, Originalabstract (Englisch)
  17. Næsje et al. 2004: unterschiedliche Laichlebensräume der Coregonen (Englisch)

Geprüft am 22. Oktober 2026. Biologische Angaben aus ausländischen Fachquellen sind keine Fischereiregeln für Deutschland. Bewertungsgebiet und Jahr stehen bei der jeweiligen Gefährdungsangabe.