Fischarten

Schleie erkennen: kleine Schuppen, zwei Barteln und runde Flossen

Die Schleie erkennst du an zwei kurzen Barteln, sehr kleinen Schuppen und ihrem kräftigen Körper mit rundlichen Flossen. Entscheidend ist die Merkmalskombination. Sie frisst unter anderem Bodentiere und legt in der warmen Jahreszeit klebrige Eier an Wasserpflanzen ab.

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Auf einen Blick

Wissenschaftlicher Name
Tinca tinca
Thema
Erkennung und Lebensweise

Kleine Schuppen und zwei kurze Barteln

Beginne am kleinen Maul: In jedem Maulwinkel sitzt eine kurze Bartel. Unter der Schleimschicht sind die feinen Schuppen nur wenig auffällig. Dazu passen der kräftige Körper, die breite Schwanzwurzel und die rundlichen übrigen Flossen. Die Schwanzflosse ist nur schwach eingebuchtet bis annähernd gerade.

Olivgrün ist typisch, aber Schleien können auch bräunlich oder sehr dunkel wirken. Selbst die auffällige rötliche Iris ersetzt den Blick auf Maul und Flossen nicht. Wenn du die feinen Schuppen kaum siehst, heißt das außerdem nicht, dass der Fisch schuppenlos ist.

Zwei Barteln statt vier

Ein dunkler Karpfen kann auf den ersten Blick ähnlich wirken. Bei einer klaren Ansicht trennen dich vor allem diese Merkmale von einer bloßen Farbvermutung:

Merkmal Schleie Karpfen
Barteln Zwei kurze an den Maulwinkeln Vier insgesamt
Beschuppung Sehr klein und unauffällig Je nach Form vollständig oder stark reduziert
Rückenflosse Kürzer, rundlicher Umriss Lange Basis

Reibe zum Vergleichen keinen Schleim ab und kratze nicht an der Haut eines lebenden Fisches. Fehlt eine klare Ansicht, lässt du die Bestimmung offen.

Pflanzenreiche ruhige Gewässer

Schleien nutzen besonders stehende und langsam fließende Gewässer mit Pflanzenbewuchs und weichem Boden. Zwischen Wasserpflanzen finden sie Deckung und Nahrung. Eine kahle, aufgeräumte Uferkante zeigt deshalb nur einen Teil dessen, was ein Fisch braucht.

Bodentiere zwischen Pflanzen und Sediment

Würmer, Larven, kleine Schnecken und andere wirbellose Tiere gehören zur Nahrung. Schleien können außerdem pflanzliche Stoffe fressen. Bewegung von Pflanzen oder aufsteigende Gasblasen sind aber kein sicherer Nachweis fressender Schleien.

Sommerliche Fortpflanzung im Pflanzenbereich

Schleien sind Pflanzenlaicher: In der warmen Jahreszeit geben sie klebrige Eier an Wasserpflanzen ab. Das kann in mehreren Schüben erfolgen. Nach dem Schlupf halten sich die frühen Larven zunächst an Pflanzen fest, während sie noch vom Dottersack zehren.

Ein passender Laichplatz braucht deshalb Vegetation und geeignete Wasserbedingungen. Eine gründlich entkrautete Flachwasserzone kann genau die Struktur verlieren, die die nächste Generation benötigt. Biologische Laichzeiten sind keine überall gültigen Schonzeiten.

Was dir Beobachtungen verraten – und was nicht

Eine Schleie kann in der Dämmerung den weichen Grund nach Nahrung absuchen. Das macht Blasen oder Pflanzenbewegungen interessant, aber nicht eindeutig: Auch andere Tiere und Gase aus dem Sediment können dahinterstecken. Benenne einen Fisch erst, wenn seine Merkmale zu sehen sind.

Deutschland 2023: ungefährdet

Die deutsche Rote Liste 2023 führt die Schleie als ungefährdet (*), mit Bewertungsstand Oktober 2022. Daraus lässt sich der Zustand eines einzelnen Teichs oder Altarmes nicht ablesen. Verlorene Pflanzenzonen und ungeeignete Ufergestaltung können örtliche Lebensräume trotzdem verschlechtern.

Gefährdungsbewertung und rechtlicher Schutz sind getrennt. Für das jeweilige Bundesland und Gewässer gelten eigene Vorgaben; aus der Kategorie „ungefährdet“ entsteht keine pauschale Entnahmeerlaubnis.

Häufige Fragen

Hat die Schleie vier Barteln?

Nein. Sie besitzt zwei kurze Barteln an den Maulwinkeln.

Ist jede Schleie grün?

Nein. Die Färbung reicht je nach Tier und Bedingungen bis zu sehr dunklen Brauntönen.

Weiterlernen

Fischarten erkennen und unterscheiden (Entwurfsvorschau) · Schonzeiten und Mindestmaße richtig nachschlagen (Entwurfsvorschau) · Fischschonend angeln

Quellen zum Weiterlesen

Fachquellen öffnen
  1. Rote-Liste-Zentrum: Schleie, Deutschland 2023
  2. LFV Bayern: Schleie
  3. LFV Oberösterreich: Schleie
  4. Fischereiverband Vorarlberg: Schleie
  5. NÖ Landesfischereiverband: Schleie und Geschlechtsmerkmale

Quellenprüfung: 22. Oktober 2026. Ausländische Fachquellen dienen der Biologie; örtliche Fischereiregeln werden nicht auf Deutschland übertragen. Bewertungsjahre stehen im jeweiligen Abschnitt.