Fischarten

Sterlet erkennen: kleiner Stör mit schmaler Schnauze

Der Sterlet ist eine vorwiegend im Süßwasser lebende Störart. Vier Barteln und Knochenplatten zeigen zunächst die Gruppe an; für die Art zählen feinere Merkmale.

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Auf einen Blick

Wissenschaftlicher Name
Acipenser ruthenus (Name der deutschen Roten Liste 2023)
Thema
Erkennung und Lebensweise

Knochenplatten statt normaler Schuppenreihen

Am Körper fallen fünf Längsreihen von Knochenplatten auf. Dazu kommen der verlängerte obere Schwanzflossenlappen und das unten liegende, vorstülpbare Maul mit vier Barteln davor. Damit erkennst du typische Störmerkmale. Ein sicherer Sterletnachweis ist das allein noch nicht.

Nicht jeden kleinen Stör zum Sterlet erklären

Vergleiche für den Sterlet die lange schmale Schnauze, die deutlich gefransten Barteln und die Anordnung der Knochenplatten. Kopfunterseite, Barteln und Platten müssen fachlich zusammenpassen. Geh nicht nach der Körperlänge allein: Auch ein junger Europäischer oder Sibirischer Stör kann klein sein.

Hinzu kommen Kreuzungen aus der Zucht. Auf einem unscharfen Seitenfoto lässt sich deshalb oft nur sicher sagen: ein Stör. Erzwinge den genaueren Artnamen nicht durch langes Hantieren an einem lebenden Tier.

Eine Störart des Süßwassers

Der Sterlet lebt überwiegend im Süßwasser und ist unter anderem mit dem Donausystem verbunden. Das unterscheidet seine typische Lebensweise von wandernden Störarten, die weite Meeresphasen nutzen. Ein Vorkommen außerhalb des natürlichen Areals kann auf Besatz oder Entkommen zurückgehen.

Kleine tierische Nahrung vom Grund

Insektenlarven und andere bodennahe wirbellose Tiere gehören zur Nahrung. Die Barteln unterstützen die Orientierung; das vorstülpbare Maul nimmt Nahrung am Boden auf. Sie sind keine Zähne und nicht als Griffpunkte geeignet.

Deutschland 2023: vom Aussterben bedroht

Die Rote Liste der Süßwasserfische Deutschlands 2023 führt den Sterlet unter Acipenser ruthenus als vom Aussterben bedroht (1). Diese Bewertung bezieht sich auf Deutschland und ist weder eine weltweite Kategorie noch eine Aussage über die Zahl gehaltener Zuchtfische. Ein ausgesetztes oder entkommenes Tier beweist keinen gesicherten natürlichen Bestand.

Kläre für Störfunde den zuständigen Meldeweg und die Schutzregeln im konkreten Gebiet. Unbekannte Tiere werden nicht eigenmächtig in andere Gewässer umgesetzt. Halte eine mögliche Dokumentation kurz und unterstütze den Körper, statt ihn an Schnauze oder Barteln festzuhalten.

Zur Laichzeit braucht es erreichbare Flussabschnitte

Die Fortpflanzung findet im Fluss statt. Im Frühjahr bis Frühsommer ziehen laichreife Tiere zu geeigneten strömenden Abschnitten mit kiesigem Untergrund. Die Eier haften am Substrat. Daraus folgt kein Termin, der für jedes Gewässer und jedes Jahr gleich wäre. Entscheidend sind passende Bedingungen und die Verbindung der genutzten Lebensräume.

Warum in Quellen verschiedene Gattungsnamen stehen

Die deutsche Rote Liste 2023 verwendet Acipenser ruthenus. Neuere taxonomische Bearbeitungen ordnen Störe anders und diskutieren für den Sterlet Namen mit Huso beziehungsweise Sterletus. Die Gesellschaft für Ichthyologie erläutert diese abweichenden Ansätze. Das CMS-Arbeitspapier vom 4. März 2026 dokumentiert zugleich Änderungen und Rücknahmen im verwendeten Referenzkatalog.

Vergleiche deshalb bei solchen Quellen immer die gemeinte Art und den taxonomischen Bezugsstand. Hier dient der Name der deutschen Roten Liste zur eindeutigen Zuordnung ihrer Gefährdungsbewertung.

Häufige Fragen

Ist jeder kleine Stör ein Sterlet?

Nein. Auch Jungtiere anderer Störarten und Hybriden können klein sein.

Wie viele Barteln trägt der Sterlet?

Vier vor dem unterständigen Maul, wie andere typische Störe ebenfalls.

Weiterlernen

Fischarten erkennen und unterscheiden (Entwurfsvorschau) · Schonzeiten und Mindestmaße richtig nachschlagen (Entwurfsvorschau) · Fischschonend angeln (Entwurfsvorschau)

Quellen zum Weiterlesen

Fachquellen öffnen
  1. Rote-Liste-Zentrum: Sterlet, Deutschland 2023
  2. LFV Oberösterreich: Sterlet
  3. Österreichischer Fischereiverband: Sterlet, Fisch des Jahres 2014
  4. Gesellschaft für Ichthyologie: Acipenser, Huso oder Sterletus?
  5. FFESSM/DORIS: Sterlet, Bestimmung und Biologie (Französisch)
  6. UNEP/CMS: Taxonomie-Arbeitspapier vom 4. März 2026 (Englisch)
  7. Nationalpark Donau-Auen: Sterletmerkmale und Laichlebensraum (Englisch)
  8. Ungarischer Sterlet-Aktionsplan 2023: Lebensräume und Fortpflanzung (Englisch)
  9. Fieszl et al. 2011: Untersuchung der Sterletnahrung in der Donau, Originalstudie (Englisch)
  10. Catalog of Fishes: Sterlet und wissenschaftliche Namen (Englisch)
  11. FAO/W. B. Scott: allgemeine Bestimmungsmerkmale der Störe (Englisch)

Quellen geprüft am 22. Oktober 2026. Gefährdungsbewertungen gelten für das genannte Gebiet und Bewertungsjahr. Ausländische Fachquellen dienen der Biologie; deren Rechtsangaben werden nicht auf Deutschland übertragen.