Auf einen Blick
- Wissenschaftlicher Name
- Merlangius merlangus
- Thema
- Erkennung und Lebensweise
Ein heller Dorschartiger mit großem Maul
Zähle zuerst die Flossen: Drei getrennte Rückenflossen und zwei Afterflossen helfen dir, die Gruppe einzugrenzen. Der Wittling wirkt langgestreckt und an den Flanken silbrig bis hell, sein Oberkiefer steht vor. Zwischen Rücken und Bauch kann sich die Färbung deutlich unterscheiden.
Wittling und Schellfisch: Der Fleck sitzt nicht gleich
| Hinweis | Wittling | Schellfisch |
|---|---|---|
| Rücken-/Afterflossen | Drei Rücken-, zwei Afterflossen | Ebenfalls drei Rücken-, zwei Afterflossen |
| Dunkler Fleck | An der Basis der Brustflosse | Auffälliger Schulterfleck oberhalb der Brustflosse |
| Seitenlinie | Braun wirkend, weniger auffällig | Markant dunkel |
| Entscheidung | Kopf, Kiefer und Fleckenlage zusammen prüfen | Nicht nur nach dem Wort „Fleck“ bestimmen |
Bei schlechtem Licht können beide Vergleichsarten ähnlich hell aussehen. Achte deshalb darauf, ob du die Basis der Brustflosse oder die darüberliegende Flanke betrachtest. Ein Foto nur vom Bauch oder ohne Kopf reicht für diesen Vergleich nicht.
Eine winzige oder fehlende Bartel ist ein schwaches Einzelmerkmal
In Fachbeschreibungen findest du die Kinnbartel des Wittlings als rudimentär oder fehlend beschrieben. Bei erwachsenen Tieren fällt jedenfalls keine kräftige Dorschbartel auf. Auf einem unscharfen Foto kannst du eine winzige Struktur kaum sicher beurteilen. Vergleiche deshalb Kieferstellung, Flossen und die Lage der Flecken zusammen.
Am Meeresboden und zeitweise im freien Wasser
Der Wittling lebt im nordöstlichen Atlantik und angrenzenden Meeresgebieten. Häufig nutzt er weichere oder gemischte Böden. Tiefe und Verteilung ändern sich mit Größe und Region. Junge Stadien leben zunächst frei im Wasser; später verlagert sich ihre Lebensweise stärker zum Grund. Ein einzelner Fangort beschreibt daher nicht den ganzen Lebenszyklus.
Krebse und kleine Fische, je nach Entwicklungsstadium
Zum Nahrungsspektrum gehören Krebstiere und kleine Fische. Bei größeren Wittlingen gewinnt Fischbeute an Bedeutung. Welche Beute überwiegt, hängt auch von Angebot und Gebiet ab. Die Flossenanzahl zeigt eine Verwandtschaftsgruppe an, schreibt aber keinen für alle Dorschartigen identischen Speiseplan vor.
Mehrere Laichportionen statt eines einzigen Termins
Die Laichperiode ist lang und regional verschieden. Ein Weibchen kann während einer Saison wiederholt Eier abgeben. Eier und frühe Larven entwickeln sich frei im Wasser. Untersuchungen an gehaltenen Laichtieren bestätigen wiederholte Eiabgaben; die dort gemessenen Temperaturen und Entwicklungszeiten sind aber keine festen Werte für jeden Wildbestand.
Für die Nordsee beschriebene Laichmonate lassen sich nicht unverändert auf das gesamte Verbreitungsgebiet übertragen. Auch daraus folgt keine allgemeine Angelregel.
Deutsche Meeresgewässer: ungefährdet in der Liste 2025
Die Rote Liste der marinen Fische Deutschlands 2025 führt den Wittling als ungefährdet (*). Das ist eine gebietsbezogene Gefährdungsbewertung und kein Beleg für unveränderte Fangmöglichkeiten oder den Zustand jedes einzelnen Bestands. Ältere Ostsee- oder ausländische Bewertungen werden dadurch nicht zu aktuellen deutschen Fangregeln.
Häufige Fragen
Hat ein Wittling immer gar keine Bartel?
Die Bartel wird als rudimentär oder fehlend beschrieben. Ein undeutliches Foto dieses Details genügt nicht für die Artbestimmung.
Beweisen drei Rückenflossen einen Wittling?
Nein. Auch andere Dorschartige besitzen drei Rückenflossen. Prüfe zusätzlich Kopf, Seitenlinie und Fleckenlage.
Weiterlernen
Fischarten erkennen und unterscheiden (Entwurfsvorschau) · Schonzeiten und Mindestmaße richtig nachschlagen (Entwurfsvorschau) · Fischschonend angeln (Entwurfsvorschau)
Quellen zum Weiterlesen
Fachquellen öffnen
- Rote-Liste-Zentrum: Meeresfische Deutschlands 2025
- Rote-Liste-Zentrum: Wittling, Artbewertung
- Havforskningsinstituttet: Wittling, Stand Juli 2024 (Norwegisch)
- Marine Biological Association/MarLIN: Wittling (Englisch)
- Marine Biological Association/MarLIN: Schellfisch zum Vergleich (Englisch)
- Marine Scotland: Wittling-Biologie, Ausgabe 2015 (Englisch)
- Povoa et al. 2011: Laichen und Larvenaufzucht, Originalabstract bei FAO AGRIS (Englisch)
- FAO: Wittling und Schellfisch, Bestimmungsmerkmale und Biologie, S. 55–56 (Englisch)
- Naturalis/FNAM: Wittling, Kinnbartel, Brustflossenbasis und Nahrung (Englisch)
Quellen geprüft am 22. Oktober 2026. Gefährdungsbewertungen gelten für das genannte Gebiet und Bewertungsjahr. Ausländische Fachquellen dienen der Biologie; deren Rechtsangaben werden nicht auf Deutschland übertragen.
